Berufliche Weiterbildung

Weiterbildung erreicht zuerst die, die sie am wenigsten brauchen.

In akademischen Berufen bildet sich jede zehnte Person laufend weiter. Unter Hilfsarbeitskräften ist es gut jede hundertste. Solange dieses Verhältnis steht, ersetzt keine Fördersumme den fehlenden Zugang.

Stand: September 2026. Quellen am Ende jedes Abschnitts.

Kernbefunde

10,4%
Weiterbildungsquote in akademischen Berufen, gegenüber 1,3 Prozent bei Hilfsarbeitskräften, 2025
229.500
Eintritte in geförderte berufliche Weiterbildung, Oktober 2024 bis September 2025
3,30Mrd.
Euro Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit für Weiterbildungsförderung 2025
28PP
Abstand der Weiterbildungsbeteiligung zwischen hohem und niedrigem Schulabschluss

Statistisches Bundesamt, Weiterbildungsquoten 2025. Bundesagentur für Arbeit, Geschäftsbericht 2025. Adult Education Survey 2022, Trendbericht.

Ausgangslage

Der Zugang entscheidet, nicht das Angebot

Deutschland hat kein Angebotsproblem in der Weiterbildung. Es hat ein Zugangsproblem. Die Instrumente sind vorhanden und finanziert, sie erreichen nur systematisch die falsche Gruppe zuerst.

1

Acht zu eins

Die Weiterbildungsquote der letzten vier Wochen liegt bei 10,4 Prozent in akademischen Berufen und bei 1,3 Prozent unter Hilfsarbeitskräften. Insgesamt bilden sich 5,8 Prozent der 25- bis 64-Jährigen laufend weiter, Frauen mit 6,6 Prozent häufiger als Männer mit 5,1 Prozent. Quelle: Statistisches Bundesamt, Veröffentlichung vom 23. Juli 2026.
2

28 Prozentpunkte Bildungsabstand

Auf Jahressicht nahmen 69 Prozent der Menschen mit hohem, aber nur 41 Prozent mit niedrigem Schulabschluss an Weiterbildung teil. Die Gesamtquote lag bei 58 Prozent. Quelle: Adult Education Survey 2022, Trendbericht, Erhebung 2022/2023.
3

Das wirksamste Instrument wächst am stärksten

Die Weiterbildungsförderung für Beschäftigte nach Paragraf 82 SGB III verzeichnete 67.200 Eintritte, ein Plus von 19 Prozent. Es ist der einzige Förderweg, der Menschen vor der Arbeitslosigkeit erreicht. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Geschäftsbericht 2025.

Weiterbildung in Zahlen

5,8%
Weiterbildungsquote insgesamt

Anteil der 25- bis 64-Jährigen, die in den letzten vier Wochen an einer Weiterbildung teilgenommen haben. In akademischen Berufen 10,4 Prozent, bei Hilfsarbeitskräften 1,3 Prozent.

Statistisches Bundesamt, 23. Juli 2026

229.500
Eintritte in geförderte Weiterbildung

Gleitender Jahreswert Oktober 2024 bis September 2025, ein Plus von drei Prozent. Davon 30.600 mit dem Ziel eines Berufsabschlusses.

Bundesagentur für Arbeit, Geschäftsbericht 2025

67.200
geförderte Beschäftigte

Eintritte in die Weiterbildungsförderung für Beschäftigte nach Paragraf 82 SGB III, ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bundesagentur für Arbeit, Geschäftsbericht 2025

68,9%
Erfolgsquote IHK-Fortbildung

55.553 Prüfungsteilnehmer, 38.323 bestandene Prüfungen im Berichtsjahr 2025. Rund 31 Prozent bestehen nicht, der Abschluss ist kein formaler Stempel.

DIHK, IHK-Fortbildungsstatistik 2025

Hintergrund

Was gefördert wird, und unter welchen Bedingungen

Die wichtigsten Instrumente sind das Weiterbildungsgeld von 150 Euro monatlich bei abschlussorientierten Maßnahmen, die Weiterbildungsprämie von 1.000 Euro nach der Zwischen- und 1.500 Euro nach der Abschlussprüfung sowie die Basisförderung nach Paragraf 82 SGB III, bei der berufsabschlussbezogene Weiterbildungen mit vollen Lehrgangskosten und einem Arbeitsentgeltzuschuss gefördert werden können.

Auf der Aufstiegsseite förderte das Aufstiegs-BAföG 2025 rund 186.100 Menschen mit einem Volumen von 1,1 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Zuschuss lag bei 5.200 Euro, das durchschnittliche Darlehen bei 1.800 Euro. Häufigste Fortbildungsziele waren staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher mit 52.000 Geförderten, Industriemeisterinnen und Industriemeister Metall mit 9.600 und Wirtschaftsfachwirtinnen und Wirtschaftsfachwirte mit 9.100.

Typische IHK-Lehrgänge dauern zwischen sechs Monaten und zweieinhalb Jahren und werden berufsbegleitend, in Vollzeit, online oder im Wechsel angeboten.

Quellen: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Förderung der beruflichen Weiterbildung. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 224 vom 29. Juni 2026. DIHK-Fortbildungsstatistik 2025.

Position des DEHIB

Unsere Position zur beruflichen Weiterbildung

Eine Weiterbildung ist erst dann wirksam, wenn am Ende ein Arbeitsplatz steht. Deshalb trennt der Deutsche Hilfsbund Qualifizierung und Vermittlung nicht: Wer sich über uns einträgt, wird an Unternehmen weitergeleitet, die unser Audit bestanden haben und an denen wir beteiligt sind. Das macht den Weg vom Interesse zum Arbeitsvertrag nachvollziehbar.

  • Zugang zuerst: Wir sprechen gezielt Menschen an, die von der bestehenden Förderlogik nicht erreicht werden.
  • Abschluss statt Anpassung: Wir unterstützen abschlussorientierte Qualifizierungen, nicht kurzfristige Anpassungsfortbildung.
  • Anschluss an einen Arbeitsplatz: Vermittelt wird an auditierte Unternehmen mit DEHIB-Gütesiegel.
  • Kostenfrei für Interessierte: Für Menschen, die sich eintragen, entstehen keine Kosten.
  • Transparente Förderberatung: Wir benennen die zuständigen Stellen und Instrumente, auch wenn sie nicht unsere sind.
Kontakt

Weiterbildung mit Anschluss

Sagen Sie uns, wo Sie stehen und wohin Sie wollen. Wir ordnen ein, welche Qualifizierung passt und welches Unternehmen aus unserem Netzwerk dafür in Frage kommt.