
Berufliche Weiterbildung
Weiterbildung erreicht zuerst die, die sie am wenigsten brauchen.
In akademischen Berufen bildet sich jede zehnte Person laufend weiter. Unter Hilfsarbeitskräften ist es gut jede hundertste. Solange dieses Verhältnis steht, ersetzt keine Fördersumme den fehlenden Zugang.
Stand: September 2026. Quellen am Ende jedes Abschnitts.
Lage
Der Zugang entscheidet, nicht das Angebot
Deutschland hat kein Angebotsproblem in der Weiterbildung. Es hat ein Zugangsproblem. Die Instrumente sind vorhanden und finanziert, sie erreichen nur systematisch die falsche Gruppe zuerst.
Acht zu eins
Die Weiterbildungsquote der letzten vier Wochen liegt bei 10,4 Prozent in akademischen Berufen und bei 1,3 Prozent unter Hilfsarbeitskräften. Insgesamt bilden sich 5,8 Prozent der 25- bis 64-Jährigen laufend weiter, Frauen mit 6,6 Prozent häufiger als Männer mit 5,1 Prozent.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Veröffentlichung vom 23. Juli 2026.
28 Prozentpunkte Bildungsabstand
Auf Jahressicht nahmen 69 Prozent der Menschen mit hohem, aber nur 41 Prozent mit niedrigem Schulabschluss an Weiterbildung teil. Die Gesamtquote lag bei 58 Prozent.
Quelle: Adult Education Survey 2022, Trendbericht, Erhebung 2022/2023.
Das wirksamste Instrument wächst am stärksten
Die Weiterbildungsförderung für Beschäftigte nach Paragraf 82 SGB III verzeichnete 67.200 Eintritte, ein Plus von 19 Prozent. Es ist der einzige Förderweg, der Menschen vor der Arbeitslosigkeit erreicht.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Geschäftsbericht 2025.
Zahlen
Weiterbildung in Zahlen
5,8%
Weiterbildungsquote insgesamt
Anteil der 25- bis 64-Jährigen, die in den letzten vier Wochen an einer Weiterbildung teilgenommen haben. In akademischen Berufen 10,4 Prozent, bei Hilfsarbeitskräften 1,3 Prozent.
Statistisches Bundesamt, 23. Juli 2026
229.500
Eintritte in geförderte Weiterbildung
Gleitender Jahreswert Oktober 2024 bis September 2025, ein Plus von drei Prozent. Davon 30.600 mit dem Ziel eines Berufsabschlusses.
Bundesagentur für Arbeit, Geschäftsbericht 2025
67.200
geförderte Beschäftigte
Eintritte in die Weiterbildungsförderung für Beschäftigte nach Paragraf 82 SGB III, ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Bundesagentur für Arbeit, Geschäftsbericht 2025
68,9%
Erfolgsquote IHK-Fortbildung
55.553 Prüfungsteilnehmer, 38.323 bestandene Prüfungen im Berichtsjahr 2025. Rund 31 Prozent bestehen nicht, der Abschluss ist kein formaler Stempel.
DIHK, IHK-Fortbildungsstatistik 2025
Hintergrund
Was gefördert wird, und unter welchen Bedingungen
Die wichtigsten Instrumente sind das Weiterbildungsgeld von 150 Euro monatlich bei abschlussorientierten Maßnahmen, die Weiterbildungsprämie von 1.000 Euro nach der Zwischen- und 1.500 Euro nach der Abschlussprüfung sowie die Basisförderung nach Paragraf 82 SGB III, bei der berufsabschlussbezogene Weiterbildungen mit vollen Lehrgangskosten und einem Arbeitsentgeltzuschuss gefördert werden können.
Auf der Aufstiegsseite förderte das Aufstiegs-BAföG 2025 rund 186.100 Menschen mit einem Volumen von 1,1 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Zuschuss lag bei 5.200 Euro, das durchschnittliche Darlehen bei 1.800 Euro. Häufigste Fortbildungsziele waren staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher mit 52.000 Geförderten, Industriemeisterinnen und Industriemeister Metall mit 9.600 und Wirtschaftsfachwirtinnen und Wirtschaftsfachwirte mit 9.100.
Typische IHK-Lehrgänge dauern zwischen sechs Monaten und zweieinhalb Jahren und werden berufsbegleitend, in Vollzeit, online oder im Wechsel angeboten.
Quellen: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Förderung der beruflichen Weiterbildung. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 224 vom 29. Juni 2026. DIHK-Fortbildungsstatistik 2025.
Position des Verbandes
Unsere Position zur beruflichen Weiterbildung
Eine Weiterbildung ist erst dann wirksam, wenn am Ende ein Arbeitsplatz steht. Deshalb trennt der Deutsche Hilfsbund Qualifizierung und Vermittlung nicht: Wer sich über uns einträgt, wird an Unternehmen weitergeleitet, die unser Audit bestanden haben und das DEHIB-Gütesiegel tragen. Das macht den Weg vom Interesse zum Arbeitsvertrag nachvollziehbar.
Woran wir uns messen lassen
- Zugang zuerst: Wir sprechen gezielt Menschen an, die von der bestehenden Förderlogik nicht erreicht werden.
- Abschluss statt Anpassung: Wir unterstützen abschlussorientierte Qualifizierungen, nicht kurzfristige Anpassungsfortbildung.
- Anschluss an einen Arbeitsplatz: Vermittelt wird an auditierte Unternehmen mit DEHIB-Gütesiegel.
- Kostenfrei für Interessierte: Für Menschen, die sich eintragen, entstehen keine Kosten.
- Transparente Förderberatung: Wir benennen die zuständigen Stellen und Instrumente, auch wenn sie nicht unsere sind.
Sie wollen sich weiterbilden oder umschulen?
Der Deutsche Hilfsbund vermittelt Interessierte gezielt an Unternehmen, die unser Audit durchlaufen haben und das DEHIB-Gütesiegel tragen. Sie schildern Ihr Anliegen, wir prüfen Qualifikation, Ziel und Region und stellen den Kontakt her. Für Sie ist das kostenfrei.
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60325 Frankfurt am Main
E-Mail info@dehib.com


