Position des Verbandes

Nicht mehr Geld. Zugänglichere Instrumente und messbare Wirkung.

Bei einem Defizit der Bundesagentur von 4,23 Milliarden Euro ist die Forderung nach mehr Mitteln wohlfeil. Wirksam wären vier Veränderungen, die keine zusätzlichen Haushaltsmittel benötigen.

Position des Bundesvorstands, Stand September 2026. Alle zugrunde liegenden Zahlen sind verlinkt.

Auf einen Blick

4
Forderungen, die ohne zusätzliche Haushaltsmittel umsetzbar sind
1,3%
Weiterbildungsquote bei Hilfsarbeitskräften gegenüber 10,4 Prozent in akademischen Berufen
13%
Anteil abschlussorientierter Maßnahmen an allen geförderten Weiterbildungseintritten

Statistisches Bundesamt, 23. Juli 2026. Bundesagentur für Arbeit, Geschäftsbericht 2025. Bundestagsdrucksache 21/2498.

Überblick

Die vier Punkte

Der Deutsche Hilfsbund vertritt gemeinnützige Organisationen und arbeitet operativ an der Schnittstelle zwischen Qualifizierung und Beschäftigung. Aus dieser Praxis ergeben sich vier Forderungen, die sich alle auf veröffentlichte amtliche Daten stützen.

Sie richten sich an den Bund, weil dort die Zuständigkeit für das SGB III, das Berufsbildungsgesetz, das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz und für 84 Prozent der Anerkennungsverfahren liegt.

Keine dieser Forderungen verlangt zusätzliche Mittel. Drei von ihnen würden die Wirksamkeit vorhandener Mittel erhöhen.

  • Zugangshürden des Qualifizierungsgeldes senken: Betroffenheitsquote und Tarifbindungserfordernis gehören auf den Prüfstand.
  • Wirkungsmessung verpflichtend machen: Abbruch-, Abschluss- und Integrationsquoten je Maßnahmengruppe erheben und veröffentlichen.
  • Abschlussorientierte Maßnahmen priorisieren: stärkster belegter Beschäftigungseffekt, kleinster Mengenanteil.
  • Zugang für Geringqualifizierte gesondert steuern: 1,3 Prozent Weiterbildungsquote bei Hilfsarbeitskräften ist kein Zufall.
  • Alle vier Punkte sind ohne zusätzliche Haushaltsmittel umsetzbar.

Die Belege

unter 400
Nutzer des Qualifizierungsgeldes

Zwischen April 2024 und Dezember 2025, bei einem Planvolumen von 200 bis 360 Millionen Euro pro Jahr.

Antwort der Bundesregierung, Juli 2026

0
veröffentlichte Wirkungsquoten

Die Bundesregierung erklärt, ihr lägen keine Kenntnisse zu Abbruch-, Abschluss- und Integrationsquoten nach Maßnahmengruppe vor.

Bundestagsdrucksache 21/2498 vom 30. Oktober 2025

28PP
Wirkung abschlussorientierter Maßnahmen

Höhere Beschäftigungswahrscheinlichkeit bei Frauen vier Jahre nach Maßnahmenbeginn, bei Männern knapp 18 Prozentpunkte.

IAB-Forum vom 20. Februar 2023

1,3%
Weiterbildungsquote Hilfsarbeitskräfte

Gegenüber 10,4 Prozent in akademischen Berufen. Der Zugang folgt der Ausgangslage, statt sie aufzulösen.

Statistisches Bundesamt, 23. Juli 2026

Einordnung des DEHIB

Was der Verband selbst beiträgt

Forderungen ohne eigene Leistung sind wohlfeil. Der Deutsche Hilfsbund erbringt deshalb drei Leistungen, die er nicht vom Bund verlangt, sondern selbst organisiert.

Erstens ein kostenfreies Audit für Unternehmen, an denen wir uns beteiligen, mit Prüfung von Rechtssicherheit, Nachhaltigkeit und Aufnahmefähigkeit. Zweitens eine Vermittlung, die Menschen mit Qualifizierungsbedarf gezielt an diese geprüften Unternehmen führt. Drittens die Dokumentation der Verläufe, weil die öffentliche Statistik sie nicht leistet.

Finanziert wird diese Struktur über stille Beteiligungen. Deren Erträge fließen in den Deutschen Hilfsfonds und von dort in die Unterstützung unserer Mitgliedsorganisationen.

Primärquellen dieses Beitrags

Der Deutsche Hilfsbund bereitet öffentlich zugängliche Veröffentlichungen redaktionell auf und verlinkt jede Zahl auf ihre Primärquelle. Die Rechte an den Originalveröffentlichungen liegen bei den genannten Herausgebern.

Kontakt

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Gemeinnützige Organisationen, die diese Position mittragen wollen, können Mitglied werden und im Kuratorium mitwirken.