Marktdaten

84 Prozent der Anerkennungsverfahren liegen im Bundesrecht.

86.600 Anerkennungsverfahren wurden 2025 positiv beschieden, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Pflegefachkräfte, Ärztinnen und Ärzte sowie Ingenieurberufe machen zusammen 58 Prozent aus. Wer Verfahren beschleunigen will, hat damit einen klaren Adressaten.

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 295 vom 19. August 2026. Redaktionell aufbereitet vom Deutschen Hilfsbund.

Auf einen Blick

86.600
positiv beschiedene Anerkennungsverfahren im Jahr 2025, ein Plus von zehn Prozent
102.900
bearbeitete Verfahren insgesamt, bei 76.200 Neuanträgen
84%
der positiven Verfahren betrafen bundesrechtlich geregelte Berufe

Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 295 vom 19. August 2026.

Überblick

Wer anerkannt wird und woher

Die drei größten Berufsgruppen sind Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner mit 32.000 Anerkennungen, Ärztinnen und Ärzte mit 13.900 sowie Ingenieurinnen und Ingenieure mit 4.600. Zusammen sind das 58 Prozent aller positiven Bescheide.

Bei den Herkunftsländern führt die Türkei mit 9.800 Anerkennungen vor der Ukraine mit 8.300. Es folgen Syrien mit 6.100, ein Plus von 42 Prozent, sowie Indien und Tunesien mit je 5.400.

Parallel dazu waren im Juni 2025 rund 420.000 Menschen mit einem erwerbsbezogenen Aufenthaltstitel sozialversicherungspflichtig beschäftigt, gegenüber rund 200.000 im Jahr 2020. Auf die Blaue Karte EU entfallen davon rund 164.000.

  • 86.600 positive Bescheide 2025, ein Plus von zehn Prozent gegenüber 2024.
  • Pflege, Medizin und Ingenieurberufe machen zusammen 58 Prozent aus.
  • 84 Prozent der Verfahren betreffen bundesrechtlich geregelte Berufe, 16 Prozent Landesrecht.
  • Größte Herkunftsländer: Türkei, Ukraine, Syrien, Indien und Tunesien.
  • 420.000 Beschäftigte mit erwerbsbezogenem Aufenthaltstitel im Juni 2025, doppelt so viele wie 2020.

Anerkennung und Erwerbsmigration

32.000
Pflegefachkräfte

Größte Einzelgruppe der Anerkennungen 2025, in einem Feld mit dem höchsten gemessenen Engpasswert.

Statistisches Bundesamt, 19. August 2026

164.000
Blaue Karte EU

Beschäftigte aus Drittstaaten mit Blauer Karte, ein Plus von 114 Prozent seit 2020.

Bundesagentur für Arbeit, 18. Februar 2026

18.000
abgelehnte Westbalkan-Anfragen

Allein im Dezember 2025 abgelehnt, weil das auf 50.000 verdoppelte Jahreskontingent erschöpft war.

Bundesagentur für Arbeit, 18. Februar 2026

23.600
Beratungen zur Berufsanerkennung

Allein im Jahr 2025 durch die Bundesagentur für Arbeit, bei insgesamt 360.000 digitalen Beratungen bis Ende 2025.

Bundesagentur für Arbeit, 18. Februar 2026

Einordnung des DEHIB

Anerkennung ist nur die halbe Strecke

Ein anerkannter Abschluss ist kein Arbeitsvertrag. Zwischen beidem liegen Sprache, Einarbeitung, betriebliche Aufnahmefähigkeit und häufig eine Anpassungsqualifizierung. Wo diese Strecke nicht organisiert wird, verliert der Betrieb die Fachkraft nach wenigen Monaten wieder.

Der Deutsche Hilfsbund prüft deshalb im Audit ausdrücklich, ob ein Unternehmen Einarbeitung und Anerkennungsverfahren organisatorisch abbilden kann. Erst dann vermitteln wir dorthin.

Auf der politischen Ebene ist die Botschaft dieser Statistik eindeutig: 84 Prozent der Verfahren liegen im Bundesrecht. Beschleunigung ist dort machbar, ohne 16 Landesgesetzgebungen zu koordinieren. Das ist eine der wenigen Stellen, an denen eine einzelne Entscheidung breit wirkt.

Primärquellen dieses Beitrags

Der Deutsche Hilfsbund bereitet öffentlich zugängliche Veröffentlichungen redaktionell auf und verlinkt jede Zahl auf ihre Primärquelle. Die Rechte an den Originalveröffentlichungen liegen bei den genannten Herausgebern.

Kontakt

Vom Bescheid zum Arbeitsplatz

Wenn Sie einen ausländischen Abschluss mitbringen oder ein Anerkennungsverfahren laufen haben, vermitteln wir Sie an Unternehmen, die darauf vorbereitet sind.