Im August 2026 waren 3.061.000 Menschen arbeitslos gemeldet, 36.000 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig meldeten Unternehmen 656.000 offene Stellen, 25.000 mehr. Beides zusammen ist kein Widerspruch, sondern der präziseste Hinweis darauf, dass der Engpass kein Mengenproblem ist.
3.061.000
Arbeitslose im August 2026, ein Plus von 36.000 gegenüber dem Vorjahr
656.000
gemeldete Arbeitsstellen, ein Plus von 25.000 gegenüber dem Vorjahr
157Tage
durchschnittliche abgeschlossene Vakanzzeit
Bundesagentur für Arbeit, Presseinformation Nr. 31 vom 28. August 2026 und Monatsbericht August 2026.
Was der Monatsbericht zeigt
Die Arbeitslosenquote lag im August 2026 bei 6,5 Prozent, 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Die Unterbeschäftigung, die auch Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen einschließt, erreichte 3.674.000 Personen.
Auf der Nachfrageseite bewegte sich mehr als in den Vorjahren: 142.000 neu gemeldete Stellen standen 138.000 Abmeldungen gegenüber, der Stellenindex BA-X stieg auf 103 Punkte und damit vier Punkte über den Vorjahreswert.
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Juni 2026 bei 34,81 Millionen Menschen und damit 73.000 unter dem Vorjahr. Die Kurzarbeit ging deutlich zurück: 140.000 Beschäftigte im Juni 2026 nach 195.000 ein Jahr zuvor.
Das Wichtigste in Kürze
- Arbeitslosigkeit und gemeldete Stellen steigen gleichzeitig, das ist für einen knappen Markt untypisch.
- Die durchschnittliche Vakanzzeit liegt bei 157 Tagen, 67 Tage über dem Wert von vor zehn Jahren.
- 47 Prozent der abgemeldeten Stellen waren länger als drei Monate unbesetzt.
- Die Kurzarbeit sinkt um 55.000 Beschäftigte, der Anpassungsdruck verlagert sich in die Qualifizierung.
- Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gibt leicht nach, das Erwerbspersonenpotenzial schrumpft demografisch weiter.
Die Kernzahlen des Monats
6,5%
Arbeitslosenquote
August 2026, 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.
Bundesagentur für Arbeit, August 2026
157Tage
Vakanzzeit
Durchschnittliche abgeschlossene Vakanzzeit, elf Tage weniger als im Vorjahr, aber 67 Tage mehr als zehn Jahre zuvor.
Bundesagentur für Arbeit, Monatsbericht August 2026
103Punkte
Stellenindex BA-X
Vier Punkte über dem Vorjahreswert. Der Index bildet die gemeldete Arbeitskräftenachfrage ab.
Bundesagentur für Arbeit, August 2026
34,81Mio.
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
Stand Juni 2026, ein Rückgang um 73.000 gegenüber dem Vorjahr.
Bundesagentur für Arbeit, August 2026
Warum diese Zahlen für Weiterbildung sprechen
Ein Markt, in dem gleichzeitig mehr Menschen suchen und mehr Stellen gemeldet werden, hat kein Knappheitsproblem, sondern ein Sortierproblem. Die 157 Tage Vakanzzeit sind der Beleg: Unternehmen finden Bewerbungen, aber nicht die passende Qualifikation.
Aus Sicht des Deutschen Hilfsbundes ist das die entscheidende Unterscheidung. Wer den Engpass als Mengenproblem behandelt, setzt auf mehr Vermittlung und mehr Zuwanderung. Wer ihn als Passungsproblem versteht, setzt auf abschlussorientierte Qualifizierung und auf Betriebe, die Einarbeitung tatsächlich leisten können.
Deshalb prüfen wir Unternehmen vor der Vermittlung: Das DEHIB-Audit betrachtet neben Rechtssicherheit und Nachhaltigkeit ausdrücklich die Fähigkeit, Menschen mit Qualifizierungsbedarf aufzunehmen und zu halten.
Quellen
- Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeitsmarkt im August 2026, Presseinformation Nr. 31, 28. August 2026
- Bundesagentur für Arbeit: Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt, August 2026, August 2026
Veröffentlicht am 28. August 2026. Redaktionell aufbereitet vom Deutschen Hilfsbund.
Qualifizierung mit konkretem Ziel
Wenn Sie eine Weiterbildung oder Umschulung planen, ordnen wir ein, welcher Weg in Ihrer Region realistisch ist und welches Unternehmen aus unserem Netzwerk dafür in Frage kommt.






