Die Zahl der Engpassberufe ist von 183 im Jahr 2023 auf 157 im Berichtsjahr 2025 gesunken. Das ist keine Entspannung, sondern eine Folge der schwachen Arbeitskräftenachfrage. Die strukturellen Engpässe in Pflege, Elektro und Bau bleiben auf Höchstwerten.
157
Engpassberufe von 1.236 bewerteten Berufsgattungen, Berichtsjahr 2025
161
weitere Berufsgattungen stehen mit Werten von 1,5 bis 1,9 unter Beobachtung
2,7von 3
Höchster Engpasswert, erreicht in Pflege, Zahnmedizin und Bauelektrik
Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025, Blickpunkt Arbeitsmarkt, Mai 2026.
Was die Analyse ausweist
Von den 1.236 bewerteten Berufsgattungen gelten 157 als Engpassberuf, das sind 13 Prozent. Sie verteilen sich auf 84 Berufe auf Fachkraftniveau, 48 auf Spezialisten- und 25 auf Expertenniveau. Weitere 161 Berufsgattungen erreichen Werte zwischen 1,5 und 1,9 und stehen damit unter Beobachtung.
Im Zeitverlauf sank die Zahl von 183 im Jahr 2023 über 163 im Jahr 2024 auf 157. Dieser Rückgang fällt mit einer schwachen Arbeitskräftenachfrage zusammen: Melden Unternehmen weniger Stellen, sinkt der gemessene Engpass, ohne dass sich an der Verfügbarkeit qualifizierter Menschen etwas ändert.
Die höchsten Engpasswerte von 2,7 auf einer Skala bis 3 erreichen Pflegeberufe, zahnmedizinische Fachangestellte und die Bauelektrik. Dort hat sich die Lage nicht entspannt.
Das Wichtigste in Kürze
- 157 von 1.236 bewerteten Berufsgattungen gelten als Engpassberuf, 84 davon auf Fachkraftniveau.
- Der Rückgang gegenüber 2023 ist konjunkturell erklärbar und nicht strukturell.
- 161 weitere Berufe stehen unter Beobachtung und können bei anziehender Nachfrage kippen.
- Pflege, Zahnmedizin und Bauelektrik liegen mit 2,7 von 3 nahe am Maximalwert.
- Der demografische Druck wirkt unabhängig von der Konjunktur weiter.
Engpass nach Niveau und Feld
84
Engpassberufe auf Fachkraftniveau
Dazu kommen 48 Berufe auf Spezialisten- und 25 auf Expertenniveau.
Bundesagentur für Arbeit, Engpassanalyse 2025
13%
Anteil der Engpassberufe
Bezogen auf 1.236 bewertete Berufsgattungen.
Bundesagentur für Arbeit, Engpassanalyse 2025
369.516
nicht besetzbare Stellen
Rechnerische Fachkräftelücke im Jahresdurchschnitt 2025, ein Rückgang um 24,1 Prozent gegenüber 2024.
KOFA/IW Köln, Jahresrückblick 2025
33,3%
Stellenüberhangsquote
Anteil der offenen Stellen, für die rechnerisch keine passend qualifizierten Arbeitslosen zur Verfügung stehen.
KOFA/IW Köln, Jahresrückblick 2025
Der Engpass verschiebt sich, er verschwindet nicht
Der aktuellste Quartalsstand von März 2026 zeigt eine Lücke von 357.091 Stellen bei 1.099.757 offenen Stellen und 1.311.025 qualifizierten Arbeitslosen. Bemerkenswert ist die Verschiebung: In Sozialberufen gingen die Engpässe deutlich zurück, in Infrastruktur und Verteidigung nahmen sie zu.
Für den Deutschen Hilfsbund folgt daraus eine klare Priorisierung. Qualifizierung zahlt sich dort am stärksten aus, wo hoher Engpass und gute Qualifizierbarkeit zusammentreffen: Pflege, Bauelektrik und elektrische Betriebstechnik, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Kraftfahrzeugtechnik sowie Erziehung und Heilerziehungspflege.
Diese Priorisierung leitet auch unsere Arbeit mit Unternehmen: Wir suchen Unternehmen, deren Personalbedarf in diesen Feldern liegt und die bereit sind, Menschen mit Qualifizierungsbedarf aufzunehmen.
Quellen
- Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfteengpassanalyse, Blickpunkt Arbeitsmarkt, Berichtsjahr 2025, veröffentlicht Mai 2026
- KOFA, Institut der deutschen Wirtschaft: KOFA Kompakt: Jahresrückblick 2025, März 2026
- KOFA, Institut der deutschen Wirtschaft: Fachkräftereport März 2026, Mai 2026
Analyse veröffentlicht im Mai 2026, Berichtsjahr 2025. Redaktionell aufbereitet vom Deutschen Hilfsbund.
In einem Engpassberuf ankommen
Wir zeigen Ihnen, welcher Engpassberuf zu Ihrer Vorerfahrung passt, welche Qualifizierung dorthin führt und welches auditierte Unternehmen Sie aufnehmen kann.






