
Umschulung und Quereinstieg
Die wirksamste Maßnahme ist die seltenste.
Abschlussorientierte Umschulungen erhöhen die Beschäftigungswahrscheinlichkeit von Frauen um bis zu 28 Prozentpunkte. Ihr Anteil an allen geförderten Weiterbildungen liegt bei rund 13 Prozent.
Stand: September 2026. Quellen am Ende jedes Abschnitts.
Lage
Wirksamkeit und Mengengerüst passen nicht zusammen
Von allen arbeitsmarktpolitischen Instrumenten hat die abschlussorientierte Umschulung den stärksten belegten Effekt auf die spätere Beschäftigung. Gleichzeitig ist sie das Instrument mit dem kleinsten Mengenanteil und einem seit Jahren sinkenden Trend.
Der Wirkungsnachweis
Vier Jahre nach Maßnahmenbeginn lag die Beschäftigungswahrscheinlichkeit bei Frauen um bis zu 28 Prozentpunkte, bei Männern um knapp 18 Prozentpunkte höher als ohne Umschulung.
Quelle: IAB-Forum vom 20. Februar 2023.
Der Mengenanteil
30.600 der 229.500 Eintritte in geförderte Weiterbildung zielten auf einen Berufsabschluss, rund 13 Prozent. Der Umschulungsanteil sank zwischen 2019 und 2021 von 36,4 auf 24,5 Prozent.
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Geschäftsbericht 2025, und IAB-Forum 2023.
Das ungenutzte Potenzial
2,76 Millionen Menschen zwischen 20 und 34 Jahren haben keinen Berufsabschluss, das sind 18,8 Prozent dieser Altersgruppe. Zeitgleich waren zum 30. September 2025 39.900 Bewerberinnen und Bewerber unversorgt, der höchste Wert seit 2007.
Quelle: BIBB-Datenreport 2026.
Zahlen
Umschulung in Zahlen
13%
Anteil abschlussorientierter Eintritte
30.600 von 229.500 Eintritten in geförderte berufliche Weiterbildung zielten auf einen Berufsabschluss.
Bundesagentur für Arbeit, Geschäftsbericht 2025
181.000
Teilnehmende im Jahresdurchschnitt
Bestand an Teilnehmenden in beruflicher Weiterbildung 2024, nach 228.000 im Jahr 2020.
Bundesagentur für Arbeit, Instrumentenstatistik, Bearbeitungsstand 3. September 2026
2,76Mio.
ohne Berufsabschluss
18,8 Prozent der 20- bis 34-Jährigen haben 2024 keinen Berufsabschluss. Das ist die größte erschließbare Reserve des Arbeitsmarktes.
BIBB-Datenreport 2026
157
Engpassberufe als Zielkorridor
Quereinstiege lohnen dort, wo Engpass und Qualifizierbarkeit zusammentreffen: Pflege, Bauelektrik, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Kraftfahrzeugtechnik, Erziehung.
Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025
Hintergrund
Wo Quereinstieg heute realistisch ist
Aus den Engpass- und Lückendaten lässt sich ableiten, in welchen Feldern ein Quereinstieg die besten Aussichten hat: Pflege in ihren drei großen Zweigen, Bauelektrik und elektrische Betriebstechnik, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Kraftfahrzeugtechnik, Berufskraftfahrt sowie Bus- und Straßenbahnverkehr, Erziehung und Heilerziehungspflege, Metallbau und Vermessungstechnik. Zuletzt sind Informatik sowie Sozialarbeit und Sozialpädagogik hinzugekommen.
Diese Ableitung ist quellengestützt, aber keine amtliche Quereinstiegsstatistik. Wir kennzeichnen das ausdrücklich, weil belastbare Aussagen an dieser Stelle rar sind: Auf parlamentarische Anfrage hat die Bundesregierung erklärt, ihr lägen keine Kenntnisse zu Abbruch- und Abschlussquoten sowie zu Integrationsquoten nach Maßnahmengruppe vor.
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025. KOFA/IW Köln, Fachkräftereport März 2026. Bundestagsdrucksache 21/2498 vom 30. Oktober 2025.
Position des Verbandes
Unsere Position zu Umschulung und Quereinstieg
Wer mit Mitte dreißig den Beruf wechselt, trägt ein erhebliches Risiko. Dieses Risiko wird tragbar, wenn am Ende ein konkreter Arbeitsplatz steht statt einer Bescheinigung. Genau diese Zusage organisiert der Deutsche Hilfsbund über sein Netzwerk auditierter Unternehmen.
Was wir tun
- Wir klären vorab, welcher Zielberuf zu Vorerfahrung, Region und Lebenslage passt.
- Wir benennen die zuständige Förderstelle und die in Frage kommenden Instrumente.
- Wir stellen den Kontakt zu Unternehmen her, die unser Audit bestanden haben.
- Wir begleiten den Übergang von der Qualifizierung in die Beschäftigung.
- Wir dokumentieren Verläufe, weil die öffentliche Statistik das nicht leistet.
Sie wollen sich weiterbilden oder umschulen?
Der Deutsche Hilfsbund vermittelt Interessierte gezielt an Unternehmen, die unser Audit durchlaufen haben und das DEHIB-Gütesiegel tragen. Sie schildern Ihr Anliegen, wir prüfen Qualifikation, Ziel und Region und stellen den Kontakt her. Für Sie ist das kostenfrei.
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